UnternehmensgründungUnternehmensgründung

Welche Steuern und Abgaben kommen auf mich zu? Wie hoch ist die Sozialversicherung und die Einkommensteuer? Was ist bei der Einkommen- und Umsatzsteuer zu beachten? Wie organisiere ich das Rechnungswesen?

Neuerungen bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesbR) in ihrer bisherigen Form beruhte weitgehend auf der Stammfassung des ABGB aus dem Jahr 1811. Eine Reform war also schon längst überfällig und wurde nun am 22. Oktober 2014 durch das GesbR-Reformgesetz im Nationalrat beschlossen. Soviel vorab - an dem Grundgerüst der GesbR hat sich wenig geändert. Die Gestaltung des Gesellschaftsverhältnisses soll wie bisher grundsätzlich den Parteien des Gesellschaftsvertrags obliegen.

Geringeres Mindestkapital bei GmbH - Möglichkeiten durch eine Kapitalherabsetzung

Seit 1. Juli 2013 beträgt das Mindeststammkapital einer GmbH anstatt bislang 35.000 € nur mehr 10.000 €. Für bestehende GmbHs gibt es daher die Möglichkeit, durch eine ordentliche Kapitalherabsetzung Gelder außerhalb einer Gewinnausschüttung an die Gesellschafter auszuzahlen.

Senkung Mindestkapital für GmbH geplant

Der Begutachtungsentwurf des Gesellschaftsrechtsänderungsgesetzes 2013 sieht eine wesentliche Änderung bei den Kapitalerfordernissen für GmbHs vor. Zur Erhöhung der Attraktivität dieser Gesellschaftsform soll ab 1.7.2013 das Mindeststammkapital von derzeit 35.000 € auf 10.000 € sinken. Der bar aufzubringende Teil (Einzahlung des halben Stammkapitals) würde sich dann auf 5.000 € vermindern.

VwGH zur Einbringung in eine erst nach dem Einbringungsstichtag neugegründete Gesellschaft

In der KI 07/12 hatten wir über eine Entscheidung des UFS berichtet, wonach eine Einbringung in eine erst nach dem Einbringungsstichtag neu gegründete GmbH als unzulässig angesehen wurde. Diese Entscheidung stand im Widerspruch zur gängigen Verwaltungspraxis (insbesondere Rz 749 UmgrStR) und führte trotz aller Aussagen der Finanzverwaltung, ungeachtet der UFS-Entscheidung an dieser Praxis festzuhalten, zu Unsicherheiten bei Umgründungsmaßnahmen.

Unternehmensserviceportal (USP) gestartet

Seit Ende Mai steht unter der Homepage www.usp.gv.at das Unternehmensserviceportal zur Verfügung. Es handelt sich dabei um das zentrale Internetportal der österreichischen Bundesregierung für Unternehmen und bietet Zugang zu vielen betriebsrelevanten Informationen und Behördengängen. Sobald die Unternehmerin oder der Unternehmer die einmalige Registrierung (z.B. über FinanzOnline) vorgenommen hat, können Amtswege effizient, sicher und rasch online abgewickelt werden.

UFS-Entscheidung erklärt Einbringung in eine erst nach dem Einbringungsstichtag gegründete GmbH als unzulässig

Nach Rz 749 der von der Finanzverwaltung als Auslegungsbehelf herausgegebenen Umgründungssteuerrichtlinien muss bei Einbringungen die übernehmende Körperschaft am Einbringungsstichtag zivilrechtlich noch nicht existent sein. Es ist ausreichend, dass diese bei Unterfertigung des Einbringungsvertrags zumindest in Form einer vertragsfähigen Vorgesellschaft existiert. Dies setzt als Minimalerfordernis einen Gründungsvertrag voraus.

Unternehmenserwerb bedeutet auch Haftungserwerb

Da in vielen Unternehmen eine Nachfolge innerhalb der Familie nicht mehr erfolgt, entschließen sich viele Unternehmer ihr Unternehmen an eine familienfremde Person zu verkaufen. Auch wenn es sich nicht immer um einen Fremden oder Konkurrenten, sondern um z.B. einen Mitarbeiter handelt, fällt es dem Unternehmer oft schwer, sich von einem „Lebenswerk“ zu trennen und die Verhandlungen gestalten sich entsprechend schwierig. Nichtsdestotrotz darf auf die Haftung, die der Erwerber übernimmt, nicht vergessen werden.

Geld für Gründer

Sie möchten in Kürze ein Unternehmen gründen oder übernehmen? Seit Ende Juni gibt es für Jungunternehmer den Gründerscheck über 1.000 €. Allerdings heißt es schnell sein, denn nur die ersten 1.000 Gründer erhalten diese Förderung. 

© 2012 Mag. Andreas Valsky, LL.M., 2000 Stockerau