35 % Quellensteuer für Steuerausländer35 % Quellensteuer für Steuerausländer

Ab Juli 2011 steigt die EU-Quellensteuer für Zinsen an Steuerausländer von 20 % auf saftige 35 %. Auch Österreicher zahlen diese Steuer zB in der Schweiz oder Luxemburg. In der restlichen EU gibt es keine Quellensteuer, dafür eine Finanzamtsmeldung. 

Seit 2005 gilt die EU-Zinsertragsrichtlinie, die Steuerausfälle auf Zinsen für EU-Bürger verhindern soll. Dabei wurden zwei Systeme eingeführt:

1. Information an Wohnsitzfinanzamt

Alle EU-Staaten bis auf Österreich und Luxemburg melden bereits Zinszahlungen an das Wohnsitzfinanzamt eines ausländischen EU-Bürgers. Der Ausländer muss diese Zinseinkünfte dann in seiner Steuererklärung angeben und versteuern. 

Beispiel – Österreicher mit Sparbuch in Deutschland:
Das österreichische Finanzamt wird von der deutschen Finanz über die Zinszahlung informiert. Der Österreicher muss die deutschen Zinseinnahmen in Österreich mit 25 % versteuern. 

2. Quellensteuer auf Zinsen

Nur Österreich und Luxemburg (und bis 2009 auch Belgien) verzichten auf eine Meldung aufgrund des Bankgeheimnisses. Dafür behalten sie eine Quellensteuer auf Zinsen in Höhe von nunmehr 35 % ein. Auch die Schweiz oder Liechtenstein fahren so. Die Quellensteuer wird aber bei ordnungsgemäßer Versteuerung im Wohnsitzstaat angerechnet. Wer der Quellensteuer entgehen möchte, kann freiwillig dem Informationsaustausch zustimmen.  

Beispiel – Österreicher mit Sparbuch in der Schweiz:
Die Schweizer Bank behält 35 % Quellensteuer auf Zinsen ein. Der Österreicher muss die Schweizer Zinseinnahmen in Österreich mit 25 % versteuern, die Schweizer Quellensteuer wird angerechnet und eventuell refundiert. Alternative: Freiwillige Meldung nach Österreich, dafür kein Abzug von Quellensteuer. 

Beispiel – Deutscher mit Sparbuch in Österreich:
Die österreichische Bank behält 35 % Quellensteuer auf Zinsen ein. Der Deutsche muss die Zinseinnahmen in Deutschland versteuern, die österreichische Quellensteuer wird angerechnet und eventuell refundiert. Alternative: Freiwillige Meldung nach Deutschland, dafür kein Abzug von Quellensteuer. 

Transfer ins Inland

Wer bislang anonym und illegal ohne Versteuerung in einem Staat mit Quellensteuer sein Geld geparkt hatte, fährt ab 1.7.2011 durch die Anhebung auf 35 % schlechter als in Österreich. Ein Transfer nach Österreich ist daher für Anleger interessant.

Achtung: Innerhalb der Verjährung ist die österreichische Steuer für die Vorjahre nachzuzahlen. Eine gut geplante Selbstanzeige schützt vor möglichen Strafen.Sprechen Sie mit uns!  

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© 2012 Mag. Andreas Valsky, LL.M., 2000 Stockerau